Ghasele und Pantune

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Pantune von Renate Golpon

Pantunkalender 2009 PDF 
Duft- und Farbensymphonie

Tagträume
Flora und Fauna
Mehr und Meer-Spielereien
Träume füllen nachts die Räume
Sonnentag
Ein langer Weg
Gewitter
Zickige Muse
Richtkranz
Schüttelreim-Pantun: 2011
Sag doch auch mal ja
Ostseegold
Leere
Abschied
Unterm Baum
Mit allen Sinnen geschüttelt
Unwirtlich
Reisepläne geschüttelt
Juwelenfund
Wer nicht hören will
Wie Musik
Klimgeltöne
Dauerdesaster
Auf der Lauer
HILFE Mausphobie
Wo de Nordseewellen …
Selbstzweifel
Unschuldslamm
Wörtliches Sprichwörtliches
Zuckerwatte
Hoch die Tassen
Dauerspätschicht
Murrs Interaktionsprogramm
Nix Cordoba 2
EM: Spannung in Basel
Deutschland im Finale
Deutschland Vizemeister
Meine EM-Bilanz
Reif für die Insel

Und noch mehr Pantune

Pantune
von Renate Golpon
Gartenidylle
Über Juli 2008 
Abwechslung Mens sana
Aprilwetter Endlich Ruhe
Pflicht und Kür
Schweinehund Rote Welle
Keine Bach-Fuge
Maiklingelei
Chef-Rabauke
Umverteilung
Musenküsse
Gedanken
Sonntagsüberraschung
Nur für einen Augenblick
Muttertag 11.5.2008
Gefrüßige Schnecken
Doppelt gebrannt
Immunität aufgehoben
So viele Töne
Irgendwie ähnlich
Zeit: ein rares Gut
Frösche und gute Menschen
Sphären schneiden
Sterne  

Pantunkalender 2009  PDF
Pantunkalenderbilder

Pantune von Peter Pistill
Pfingstphantasie
Traumzeit
Schönes Haar

Pantun von Sören Schneider
Tag für Tag

Pantune von Hugo Schulze
Ungesunde Alternative
Heckenschütze

Pantune von Tom Truchsess
Lotosteich von Ubud (Bali)
Bernstein, Löwenzahn, Garten
Sternschnuppe

Pantune von Markus Weiß
Muttertag am 11.5.2008
Kynologie, Befehl von „oben?,
Alle Tage ist kein Sonntag


           Reif  für die Insel



Morgen Mittag flieg ich fort,             1
laufe schon wie ferngesteuert.          2
Ziel: drei Wochen Urlaubsort!          3
Körper, Seele runderneuert.              4

Laufe schon wie ferngesteuert.         2
Vieles wird mir hier zu viel.               5
Körper, Seele runderneuert.              4
Kraft zu tanken ist mein Ziel.            6

Vieles wird mir hier zu viel.               5
Bald lass ich die Seele baumeln.       7
Kraft zu tanken ist mein Ziel.            6
Insel, dir entgegentaumeln!              8

Bald lass ich die Seele baumeln.       7
Ziel: drei Wochen Urlaubsort!         3
Insel, dir entgegentaumeln!              8
Morgen Mittag flieg ich fort.            1

Das PANTUN ist eine im deutschen Sprachraum bislang sehr seltene lyrische Form aus Südostasien.
Zwar hat es immer mal wieder Versuche gegeben, die Verswiederholung als markantestes Attribut des Pantuns zu nutzen (z.B. Chamisso), jedoch ist mir kein stringent regelgerechtes deutschsprachiges Pantun bekannt.
Erstaunt war ich, dass meine Adaptierung des malaiischen Pantuns Zustimmung gefunden hat, ja, sogar Begeisterung. Was seit April 2008 mehr oder weniger druckreif entstanden ist, dokumentiert diese erste deutsche Pantun-Domain www.pantun.de. Renate Golpon, Itzehoe, am 30.Mai 2008.

Das Pantun umfasst nur 8 Verse.
Da jeder Vers aber zweimal vorkommt, besteht das Pantun aus 16 Zeilen, aufgeteilt in vier Strophen.
Jeder Vers wird also wiederholt, jedoch nicht in beliebiger Reihenfolge, sondern im Versmuster
1-2-3-4   1. Strophe
2-5-4-6   2. Strophe
5-7-6-8   3. Strophe
7-3-8-1   4. Strophe
wie es auch im Pantun links veranschaulicht ist.

Das Pantun hat ein durchgängiges Versmaß.
Üblich sind vier-, manchmal auch dreihebige Jamben oder Trochäen.
Wer besser mit Anapästen oder Daktylen zurechtkommt, darf sie gerne verwenden,
aber nicht als Mixtur, sondern immer nur auf ein durchgängiges Metrum beschränkt.
Die Silbenzahl der Pantunverse schwankt je nach Metrum und Zahl der Hebungen zwischen sieben und dreizehn.

Wie bei älteren Gedichten gang und gäbe und auch im modernen Gedicht noch immer beliebt, darf der Endreim als Versschmuck nicht fehlen. (Schlichte Gemüter sind ja sogar der irrigen Meinung, jeder Text werde zum Gedicht, sobald sich die Endsiben reimen.) Oft wirkungsvoller als Endreime sind Binnen- oder Stabreime als Bindungsmittel.
Beim Pantun ist das Endreimschema a-b-a-b.
Es sind also Kreuzreime.

Bei allen 8 Verswiederholungen ist auf den Kontext zu achten. Sie müssen sinnvoll mit den umgebenden Versen korrelieren.
Mechanisches Einfügen entsprechend den vier Versmustern (siehe oben) ergibt keinen akzeptablen Sinnzusammenhang.
Die wiederholten Verse penetrieren, sie verstärken die Aussage, machen sie eindrücklicher, vor allem, wenn sie verändert wird. Das bewirkt oft schon ein anderes Satzzeichen, z.B. ein Fragezeichen am Versschluss. Manchmal lässt sich in der neuen Verszuordnung ein abweichender Bedeutungsinhalt herstellen, der verblüfft oder wenigstens zum Nachdenken anregt.

Im deutschen Pantun gibt es keine inhaltlichen Beschränkungen. Jedoch sollte man auf allzu banale Inhalte verzichten.
Das Content-Spektrum reicht von der Gebrauchslyrik (Geburtstag, Jubiläum) über Zeitkritik, Satire, Spott bis zur bürgerlichen Idylle
und von Lebenserfahrungslyrik, lehrhafter Lyrik, Gedankenlyrik bis zu subjektiv-erlebnishafter Gefühlslyrik.
Beispiele für diese Ausprägungen und weitere Content-Typen finden Sie hier auf den Seiten von www.pantun.de.

Fazit: Das adaptierte Pantun bietet Lyriker(inne)n mehr Ausdrucksmöglichkeiten als die meisten herkömmlichen abendländischen Lyrikformen.

Wer mehr über das originäre Pantun erfahren möchte,
dem sei die Schrift „Das malaio-indonesische Pantun" von Mohamad Agar Kalipke empfohlen: 112 Seiten B5, ISBN 978-3-934376-35-9, Abera Verlag. Der Autor, gebürtiger Sumatraner, diskutiert, welche Merkmale auf das Pantun zutreffen und wie ein idealtypisches malaio-indonesisches Pantun strukturiert sein sollte.
Reimmüll ?  Nein danke !
hat auf dieser Website
keine Chance